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(b)reaching stillness 2015

Drei liegende Körper zeigen sich scheinbar unbewegt auf blauem Grund. In (b)reaching stillness wird Stillstand als stetige Veränderung betrachtet und auf sein physisches Potential hin befragt. Ausgangspunkt bilden barocke Stillleben – nicht nur aufgrund ihrer offensichtlichen Eigenschaft der Stillstallung – sondern vor allem wegen ihrer Fähigkeit der "Verlebendigung" von toten oder unbelegten Motiven. Aus der monochromen Fläche emporstrebend, schieben sich glamouröse Höhepunkte vor erneutes Niedersinken.


Sie beschreiben damit eine zyklische Dynamik, die sich auch von Drama oder Opulenz nicht aus der Ruhe bringen lässt. Beständiges Vergehen und Neuformen, unbeirrbares Wandeln, Aufblühen, Niedersinken und Aufstehen. So reihen sich auf der Bühne dynamischer Stillstand und immer andere Formen der Auferstehung aneinander. Auf akustischer Ebene erzeugt Gustav Mahlers Auferstehungssinfonie (1894), deren lyrische Form jeden Stillstand zu verweigern scheint, eine zunächst konträr wirkende Stimmung. Das Motiv der Auferstehung jedoch – von seinen religiösen Zuschreibungen befreit – wird auch für (b)reaching stillness zum vitalen Prinzip. Im alltäglichen Aufstehen, in synchroner Revue oder in einfachsten Wiederholungen.

Credits

    Konzept, Choreografie, Tanz: Lea Moro 

    Co-Choreografie, Tanz: Enrico Ticconi, Jorge De Hoyos 

    Dramaturgie: Maja Zimmermann

    Musikalische Bearbeitung, Klangregie: Marcus Thomas

    Licht: Annegret Schalke

    Szenografie: Katrin Fürst

    Kostüm: Lydia Sonderegger

    Choreografische Assistenz: Julia Keren Turbahn

    Dramaturgische Beratung: Linda Sepp

    Grafik: Zelika Pravdic

    Technische Leitung: Annegret Schalke, Stephan Müller

    Produktion: Marie Schmieder

    (b)reaching stillness ist eine Produktion von Lea Moro in Kooperation mit SOPHIENSAELE. Gefördert aus Mitteln des Regierenden Bürgermeisters von Berlin — Senatskanzlei — Kulturelle Angelegenheiten und durch das Nationale Performance Netzwerk (NPN) Koproduktionsförderung Tanz aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestags. Unterstützt durch die Stadt Zürich Kultur, Fondation Nestlé pour l’Art, Georges und Jenny Bloch Stiftung, Stanley Thomas Johnson Stiftung und Pact Zollverein Essen. Mit Dank an Tanzfabrik Berlin, Wiesenburg e.V. Berlin, ada Studio Berlin, Gemäldegalerie Berlin, Kunsthaus Zürich, Dampfzentrale Bern, Tanzhaus Zürich.

    Im Rahmen des Recherchebeitrags der Stadt Zürich Kultur ist aus dem Recherchematerial eine Publikation sowie ein Postkarten-Set entstanden.

    Die zweite Aufführung von (b)reaching stillness am 5. Juni 2015 in den Sophiensaelen Berlin hat im Rahmen des wissenschaftlich-künstlerischen Symposiums Künste des Anhaltens – Verfahren des Stillstellens in Theater, Tanz und Performancekunst stattgefunden. Detailliertere Informationen zum Programm unter: www.kuenstedesanhaltens.wordpress.com

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